Treber Wurst-Essen 2019


Treber Wurst-Essen 2019

 

Am Samstag, 2. Februar 2019 hat sich eine grosse Gruppe von 31 Mitgliedern vom MC Willisau und Freunde auf den Weg nach Twann zum bereits traditionell gewordenen Treber Wurst-Essen gemacht. Leider konnten wir dieses Jahr aus terminlichen- und Platzgründen nicht bei der Familie Ruff die Treber Wurst geniessen. So haben wir uns für die Domaine Martin Mürset entschieden.  Sie haben, gemeinsam mit der Familien-Metzgerei Bigler aus Büren, ihre hauseigene Wurst entwickelt. Speziell ist, dass diese Wurst ohne Haut serviert wird.


Wir haben uns wiederum für den Mittagsservice entschieden und so starteten wir um 11.15 Uhr bereits mit einem feinen Apéro.
"Aber was ist eigentlich Treberwurst?" fragen sich vielleicht jetzt einige. Also hier eine Erklärung:


Jeweils von Januar bis März, wenn die Brennereien der Region die Rückstände der Weinproduktion - also die Traubentrester oder eben den Treber - zu hochprozentigem Marc verarbeiten, dann wird in der Gegend einer geselligen Tradition gefrönt. Ihren Ursprung vermutet Winzer und Brennmeister Werner Ruff in den 1920er-Jahren. Damals begannen die Weinbauern ihre Znüniwürste während des Brennvorgangs zum Aufwärmen auf die Trester zu legen. «Das war auch die Gelegenheit, den neuen Wein zu kosten», erinnert sich Ruff an Erzählungen seines Grossvaters.

Allein Ruff beliefert rund 15 Weinbauern mit Würsten, die er zuvor in seinem Brennkessel gart. Dabei nutzt er die heissen Tresterdämpfe, welche sich während der Marc-Destillation im Brennhafen entwickeln, für die Veredelung der Würste. Eine Stunde lang liegen die Saucissons im 78 Grad heissen Dampf, nehmen so das Marc-Aroma auf, bevor sie von den Winzern abgeholt werden.

Die Treberwurst wird mit einem superfeinen, hausgemachten Kartoffelsalat serviert. Dazu werden die neuen Weine des Hauses gereicht, ein Marc oder zwei zum Verdauen gekostet. Klar lässt sich die Treberwurst auch nach Hause nehmen, so Ruff. «Aber das Ambiente», pflegt er zu sagen, «das können wir nicht miteinpacken».

Stephan Ruff hat es mit seiner Treberwurst sogar in die letzte Coop Zeitung vom 12. Januar 2015 geschafft. Ein sehr interessanter Bericht über die Entstehung und die Tradition der Treberwurst in Twann ist darin zu finden (Seite 58).


Gegen 12 Uhr waren alle Teilnehmer anwesend und warteten gespannt aufs Essen. "Tinus Treber Wurst" wurde mit grünem Salat und Kartoffelsalat serviert. Die Meinungen über den Geschmack gingen auseinander und es wurde fachmännisch diskutiert.


Auch dieses Jahr war die Stimmung sehr locker und aufgeheitert und die Zeit verging im Fluge. Zwischendurch wurden das feine Dessert mit und ohne Schnaps sowie der Kaffee serviert. Bevor wir uns gegen 16 Uhr langsam auf die Heimreise begaben, wurden selbstverständliche auch noch reichlich Wein, Schnaps und Treberwurst für zu Hause eingekauft. Auch ein Abstecher zum Einkauf bei der Familie Ruff durfte für einige Teilnehmer nicht fehlen.


Es war wie immer ein sehr gemütlicher und gelungener Ausflug nach Twann. Auch im nächsten Jahr werden wir bestimmt wieder am Treberwurst-Essen anzutreffen sein. Hoffentlich auch wieder mit einer so grossen und bunten Schar vom MC Willisau. Vielleicht klappt es nächstes Jahr ja wieder bei unseren Freunden der Familie Ruff. Viele der Teilnehmenden würde es freuen…


Ein Dankeschön an Bernhard Grunder für die Organisation. Schön konntest Du, trotz Klinikaufenthalt, auch dabei sein.


 

Peter Willener | Langnau bei Reiden, 21.02.2019

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